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Neuigkeiten in Firefox 3.6

15. Oktober 2009 RavoxX Keine Kommentare

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Mit Firefox 3.5 hat Mozilla schon ein Maßstab für Schnelligkeit im Web gesetzt. Doch kaum waren die ersten Benchmarks da, war Firefox neben Internet Explorer der deutliche Verlierer. Diesen Rückstand wollten die Community um Firefox nicht auf sich sitzen lassen und haben deswegen Firefox 3.6 ins Rennen geschickt, den wir direkt angetestet haben. Mehr…

Interview: Johnny Häusler – Und alle so: “Yeaahh!”

28. September 2009 RavoxX Keine Kommentare

Das “Yeaahh!”-Mem zieht seit diesem Blogeintrag große Kreise, nicht nur durch das Web, sondern auch auf Wahlkampfveranstaltungen der CDU. Insbesondere haben es “die Freunde aus dem Internet” auf Bundeskanzerlin Angela Merkel abgesehen. Über Sinn und Unsinn haben wir Spreeblick-Gründer und -Autor Johnny Häusler interviewt.

Redio: Nun hat ja alles mit dem CDU-Plakat angefangen, was bekrizelt wurde. Du hast darüber gebloggt und ein Kommentator hat dazu aufgerufen, doch einen “Yeaahh!”-Flashmob in Hamburg zu starten. Hast du wirklich damit gerechnet, dass sich so viele finden, die dann tatsächlich “Yeaahh!” rufen?

Johnny: Nein, damit hatte ich nicht gerechnet. Aber ich habe mich darüber sehr gefreut! Nach wie vor bleiben solche Aktionen unplanbar und unkalkulierbar und ich finde es putzig, dass nun PR-Agenturen hier anrufen und fragen, “wie man sowas macht”. Man kann es eben nicht “machen” und dabei auf Erfolg hoffen. Wir hatten nichts zu verlieren, wenn der Flashmob nicht funktioniert hätte, dann eben nicht.

Redio: Nachdem es viel Nachklang von der Community in den Kommentaren gab, riefst du auf zum Spreeblick-Song-Contest mit Sound-Schnipseln aus der Community. Wie kam es denn dazu? Wo steckt da für dich der Witz?

Johnny: Es war wieder ein Kommentar, der erwähnte, dass man eigentlich einen Song brauchte. Und ich hatte überlegt, wie sich das musikalische Equivalent zum Plakat anhören müsste und kam darauf, dass man verschiedene Stimmen bräuchte, die möglichst banale Aussagen der Kanzlerin mit einem “Yeaahh” kommentieren. Auch hier: Ein Versuch. Ich bat via Twitter um Zusendung verschiedener Soundschnipsel, sehr, sehr viele kamen und dann musste ich meiner großen Klappe folgen und etwas daraus machen. Das Ergebnis ist eher eine Collage als denn ein Song, aber ich glaube, es traf den Humor von vielen.

Redio: Die Community hat dann den Flashmob selbst fortgesetzt und auf weiteren CDU-Wahlveranstaltungen “Yeaahh!” gerufen. Selbst die Tagesschau hat das bemerkt und hat darüber berichtet. Kanzlerin Merkel nennt die Internetaktivisten schon “Freunde aus dem Internet”. Was meinst du, warum das Phänomen so bei jedem angeschlagen ist?

Johnny: Bei den Merkel-Gegnern war es wohl die Tatsache, dass ein Protest, der vordergründig gar keiner ist, viel sinnvoller sein kann als die üblichen Protestformen. Es verwirrt eine Rednerin natürlich viel mehr, wenn man Yeaahh ruft, als wenn man sie ausbuht. Dass die CDU so lange gebraucht hat, das Spielchen umzudrehen und es erst geschafft hat, als die Aktion sowieso vorbei war, ist Teil der Schönheit der Aktion.

Redio: Der “Yeaahh!”-Flashmob war eigentlich reine Spekulation. Es hätte auch schief gehen können, und nur wenige hätten teilnehmen können. Was war eigentlich dein Auslöser dafür, das zu tun, bzw. dem Aufruf des Kommentators zu folgen?

Johnny:Ich hätte keinerlei Probleme damit gehabt, wenn es eben nicht funktioniert hätte (siehe oben). Ich habe die Idee weitergetragen, weil ich dachte: Wenn ich das für eine tolle Idee halte, geht es vielleicht auch anderen so.

Redio: Einige fragten auch, ob es überhaupt als Flashmob genannt werden kann. Ist es denn einer oder doch ein Smartmob?

Johnny: Auch das ist mir ehrlich gesagt völlig egal.

Redio: Es gab natürlich auch Negativstimmen, die sagen, dass man damit garnichts erreichen kann. Was wurde denn nun erreicht? Konnte noch mehr als Verwirrung gestiftet werden? Oder ging es um was anderes? Was war das Ziel? Wollte man die Wahlveranstaltungen kaputt machen?

Johnny: Um mal ein abgelutschtes Wort weiter zu strapazieren: Der Weg war das Ziel. Und natürlich hat es etwas gebracht: Eine Menge Leute hatten einige Tage Spaß dabei, die CDU und ihre Kanzlerin zu verwirren und haben sich schlappgelacht, als man plötzlich Yeaahh-Schilder in den Tagesthemen sah. Egal, ob alle Yeaahh-Rufer wirklich aus Protest dabei waren: Es war meines Wissens nach der Anti-Netzsperren-Petition die einzige Nicht-Parteien-Aktion, die eine solche mediale Aufmerksamkeit erreicht hat. Was einfach nur zeigt: Auch die größeren Medien haben sich darüber gefreut.

Redio: Zuletzt würden wir gerne wissen, welchen Sinn das ganze Projekt unterm Strich brachte. Ist ein Mem aus dem Flashmob gewachsen oder würdest du sagen, dass dadurch eigentlich nichts passiert ist? Wer hat berichtet? Wer sich geärgert? Hat es sich gelohnt bzw. war das Ziel geglückt? Welche Bedeutung wird das “Yeaahh!” haben?

Johnny: Ich schätze, viele haben jetzt erstmal die Nase voll von “Yeaahh”, sowas nutzt sich ja auch sehr schnell ab. Hier und da wird es sicher noch auftauchen und bestimmt auch immer mal wieder ein Lächeln provozieren, aber Memes kommen und gehen halt. Was bleibt, ist das gute Gefühl, aus dem Nichts mit vielen sehr unterschiedlichen Leuten für kurze Zeit etwas auf die Beine gestellt zu haben, das eine klitzekleine Spur in diesem unendlich weiten Internetdingens interlassen hat – und sogar darüber hinaus. Einen Wahlsieg der CDU konnte man nicht verhindern, aber damit hat ja auch niemand ernsthaft gerechnet. Zeigen konnten ein paar Menschen dennoch: She’s not my Kanzlerin. Allein das war es wert.

Vielen Dank Johnny Häusler für das aufschlussreiche Interview! Yeaahh!